[A2k] Re: Heise: Offene Standards, .NET/OOXML und das Internet Meldung vorlesen

Spring Gombe spring.gombe@keionline.org
Wed Nov 14 17:30:02 2007


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Not a native speaker - giving the first snip a shot
> Thomas Vinje, an attorney with Clifford Chance and spokesperson  of
> the European Committee for Interoperable Systems, issued, at the
> Internet Governance Forum of the UN in Rio de Janeiro, a warning
> over the increasing dependence of internet applications on
> Microsoft's .NET, and urged governments to support a new
> anticompetitiveness complaint against Microsoft.  'The Brazilian
> Government could do a number of things' he proposed. She could
> indicate her support of the EU (Brussels) Competition Commission.
> On the othe hand, she could also, like Korea, establish her own
> competition commission to put the software giant from Redmond under
> pressure. 'Competition Commissioners love company' said Vinje at a
> press conference at the IGF.

> <SNIP>
>
> Eine Warnung gegen=FCber der zunehmenden Abh=E4ngigkeit von
> Internetapplikationen von Microsofts .NET und eine Aufforderung an
> Regierungen, eine neue Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft zu
> unterst=FCtzen, legte Thomas Vinje, Anwalt bei Clifford Chance und
> Vertreter des European Committee for Interoperable Systems (ECIS)
> dem Internet Governance Forum (IGF), der UN in Rio de Janeiro vor.
> "Die brasilianische Regierung k=F6nnte verschiedene Dinge tun," regte
> Vinje an. Sie k=F6nne den Br=FCsseler Wettbewerbsh=FCtern gegen=FCber
> erkl=E4ren, dass sie die Klagen unterst=FCtzt. Sie k=F6nne andererseits,
> wie Korea, auch ein eigenes Wettbewerbsverfahren gegen den
> Softwareriesen aus Redmond anstrengen. "Wettbewerbsbeh=F6rden lieben
> Gesellschaft", sagte Vinje bei einer Pressekonferenz auf dem IGF.


On Nov 14, 2007, at 8:04 PM, Thiru Balasubramaniam wrote:

>
> I would be grateful to German speaking readers on this list to help
> to those of us who are not German speakers with an English
> translation of this article?
>
> Thanks
>
> Thiru
>
>
>
> ----------


>
> <SNIP>
>
> Aufkl=E4rungsarbeit f=FCr Offene Standards und deren Vorz=FCge, gerade
> auch f=FCr Entwicklungsl=E4nder, hat sich die dynamische Koalition
> "Offene Standards" beim IGF auf die Fahnen geschrieben. In den
> "Dynamic Coalitions" des IGF sind jeweils, auf freiwilliger Basis,
> alle drei Gruppen von Betroffenen (neudeutsch Stakeholdergruppen
> genannt) vertreten =96 Regierungen, Privatwirtschaft und
> Zivilgesellschaft. Zu den Mitgliedern der Koalition "Offene
> Standards" geh=F6ren Organisationen wie die FSFE und Knowledge
> Ecology International (KEI), aber auch Unternehmen wie Sun.
> "Technische Standards sind unsichtbar, sie sind wie eine
> unsichtbare Regulierung, ein Schattenregime", sagte Susan Struble,
> f=FCr Sun Microsystems eine der Organisatorinnen der dynamischen
> Koalition.
>
> Vielen Regierungen sei nicht bewusst, dass es nicht nur zwei oder
> drei gro=DFe Standardisierungsorganisationen gebe, sondern hunderte
> kleiner Industriekonsortien, f=FChrte Struble weiter aus. Ein
> Teilnehmer aus S=FCdafrika hatte so etwa mit Blick auf das Verfahren
> von Microsoft bei der ISO gesagt, dass der Streit in seinem Land
> praktisch unbekannt sei. Sowohl im ersten Jahr des Bestehens der
> Koalition als auch im kommenden Jahr steht nach Strubles Auffassung
> die Aufkl=E4rungsarbeit im Vordergrund. Mit der Aufmerksamkeit in Rio
> ist man ziemlich zufrieden und verweist auf drei gut besuchte
> Workshops. In einem stritt man sich ausf=FChrlich mit der Microsoft-
> Mannschaft. Beim Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS)
> hatten es die Vertreter von Open Standards noch schwer, =FCberhaupt
> auf die Agenda zu kommen.
>
> Auf eine Reihe anderer Fortschritte im vergangenen Jahr verwies KEI-
> Vertreter Thiru Balasubramaniam. Die Aufnahme einer
> entwicklungspolitischen Agenda bei der World Intellectual Property
> Organisation (WIPO) mache auch dort offene Standards zu einem
> Thema. Andererseits seien Vorschl=E4ge zu einer Patentharmonisierung
> in der WIPO gescheitert und das Patent- und Standardkomitee sei nun
> gehalten, in einem Bericht die Kosten des Patentsystems, auch unter
> dem Blick m=F6glicher negativer Effekte f=FCr Entwicklungsl=E4nder, zu
> beziffern.
>
> --------------
>
> http://www.heise.de/newsticker/meldung/98971
>
> Offene Standards, .NET/OOXML und das Internet  Meldung vorlesen
>
> Eine Warnung gegen=FCber der zunehmenden Abh=E4ngigkeit von
> Internetapplikationen von Microsofts .NET und eine Aufforderung an
> Regierungen, eine neue Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft zu
> unterst=FCtzen, legte Thomas Vinje, Anwalt bei Clifford Chance und
> Vertreter des European Committee for Interoperable Systems (ECIS)
> dem Internet Governance Forum (IGF), der UN in Rio de Janeiro vor.
> "Die brasilianische Regierung k=F6nnte verschiedene Dinge tun," regte
> Vinje an. Sie k=F6nne den Br=FCsseler Wettbewerbsh=FCtern gegen=FCber
> erkl=E4ren, dass sie die Klagen unterst=FCtzt. Sie k=F6nne andererseits,
> wie Korea, auch ein eigenes Wettbewerbsverfahren gegen den
> Softwareriesen aus Redmond anstrengen. "Wettbewerbsbeh=F6rden lieben
> Gesellschaft", sagte Vinje bei einer Pressekonferenz auf dem IGF.
> Anzeige
>
> Microsofts Weigerung, Wettbewerber in den Stand zu versetzen, ihre
> Webapplikationen au=DFerhalb von .NET zu schreiben, nannte Vinje in
> Rio "einen Versuch, das Internet propriet=E4r zu machen", und damit
> ein Thema von gro=DFer Relevanz f=FCr das IGF. Die Strategie von
> Microsofts sei die gleiche wie beim ersten Microsoft-Fall, den das
> Unternehmen vor Gericht verloren hatte. Im laufenden Verfahren, dem
> sich die Kommission laut Vinje jetzt intensiv widme, hatte ECIS
> neben der nicht offengelegten Verkn=FCpfung von .NET und Microsoft-
> Servern =E4hnliche Barrieren f=FCr Office und E-Mail-Anwendungen
> beklagt. Einer Anwaltskanzlei wie seiner sei es aktuell so nicht
> m=F6glich, das Open-Source-Officepaket OpenOffice einzusetzen, da der
> Austausch der Dokumente mit Partnern nicht v=F6llig zuverl=E4ssig sei.
>
> Zwei Aspekte beurteilen die Microsoft-Gegner als ihrem Verfahren
> zutr=E4glich: Habe die Kommission 1993 bei den ersten Untersuchungen
> noch =FCber zu wenig Fachleute und Know-how verf=FCgt, sei sie,
> gest=E4hlt aus dem ersten Verfahren, inzwischen eine "m=E4chtige
> juristische Waffe". Etwa ein halbes Dutzend Experten k=FCmmerten sich
> jetzt um das neue Verfahren. Den zweiten Vorteil sieht Vinje darin,
> dass man einen Pr=E4zedenzfall habe. Dessen Grunds=E4tze seien
> =FCbertragbar auf das neue Verfahren. Dennoch warnt er davor, dass
> Microsoft bei einer langen Verfahrensdauer seine Marktmacht weiter
> ausbauen werde.
>
> Sollte es Microsoft gelingen, die Standardisierung vom hauseigenen
> Dokumentenformat OOXML bei der ISO entgegen der ersten Ablehnung
> doch noch durchzusetzen, mache das zwar keinen grunds=E4tzlichen
> Unterschied f=FCr das Wettbewerbsverfahren, meint Vinje. Ein bisschen
> schwerer werde die Argumentation allerdings schon. Vor der ISO
> hatten Microsoft im September sechs Stimmen von
> Regierungsvertretern gefehlt. Das IGF-Treffen eignet sich pr=E4chtig
> f=FCr beide Seiten, mit zahlreichen Regierungsvertretern zu sprechen;
> Microsoft etwa ist mit einem halben Dutzend Mitarbeiter beim IGF
> vertreten. "Microsoft versucht, m=F6glichst viele Nein- in Ja-Stimmen
> zu verwandeln, und wir machen es umgekehrt", sagte Georg Greve,
> Pr=E4sident der Free Software Foundation Europe. Bei der Entscheidung
> kann es eng werden, meint Vinje. Das Verfahren offenbare auch
> gewisse Schw=E4chen des ISO-Standardisierungsprozesses, meinen die
> Experten. "Das ISO-Verfahren ist auf den Konsens zu technischen
> Standards ausgerichtet, f=FCr Konfliktf=E4lle wie diesen gibt es keine
> Regeln", meint Greve.
>
> Aufkl=E4rungsarbeit f=FCr Offene Standards und deren Vorz=FCge, gerade
> auch f=FCr Entwicklungsl=E4nder, hat sich die dynamische Koalition
> "Offene Standards" beim IGF auf die Fahnen geschrieben. In den
> "Dynamic Coalitions" des IGF sind jeweils, auf freiwilliger Basis,
> alle drei Gruppen von Betroffenen (neudeutsch Stakeholdergruppen
> genannt) vertreten =96 Regierungen, Privatwirtschaft und
> Zivilgesellschaft. Zu den Mitgliedern der Koalition "Offene
> Standards" geh=F6ren Organisationen wie die FSFE und Knowledge
> Ecology International (KEI), aber auch Unternehmen wie Sun.
> "Technische Standards sind unsichtbar, sie sind wie eine
> unsichtbare Regulierung, ein Schattenregime", sagte Susan Struble,
> f=FCr Sun Microsystems eine der Organisatorinnen der dynamischen
> Koalition.
>
> Vielen Regierungen sei nicht bewusst, dass es nicht nur zwei oder
> drei gro=DFe Standardisierungsorganisationen gebe, sondern hunderte
> kleiner Industriekonsortien, f=FChrte Struble weiter aus. Ein
> Teilnehmer aus S=FCdafrika hatte so etwa mit Blick auf das Verfahren
> von Microsoft bei der ISO gesagt, dass der Streit in seinem Land
> praktisch unbekannt sei. Sowohl im ersten Jahr des Bestehens der
> Koalition als auch im kommenden Jahr steht nach Strubles Auffassung
> die Aufkl=E4rungsarbeit im Vordergrund. Mit der Aufmerksamkeit in Rio
> ist man ziemlich zufrieden und verweist auf drei gut besuchte
> Workshops. In einem stritt man sich ausf=FChrlich mit der Microsoft-
> Mannschaft. Beim Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS)
> hatten es die Vertreter von Open Standards noch schwer, =FCberhaupt
> auf die Agenda zu kommen.
>
> Auf eine Reihe anderer Fortschritte im vergangenen Jahr verwies KEI-
> Vertreter Thiru Balasubramaniam. Die Aufnahme einer
> entwicklungspolitischen Agenda bei der World Intellectual Property
> Organisation (WIPO) mache auch dort offene Standards zu einem
> Thema. Andererseits seien Vorschl=E4ge zu einer Patentharmonisierung
> in der WIPO gescheitert und das Patent- und Standardkomitee sei nun
> gehalten, in einem Bericht die Kosten des Patentsystems, auch unter
> dem Blick m=F6glicher negativer Effekte f=FCr Entwicklungsl=E4nder, zu
> beziffern.
>
> Einen praktischen Schritt nach vorne vermeldete in Rio die FSFE.
> Sie hat mit Certified Open (certifiedopen.com) ein Angebot
> geschaffen, online seine Produkte zu zertifizieren. Damit werde
> etwa f=FCr =F6ffentliche Einrichtungen eine =DCberpr=FCfung m=F6glich, ob=
 ein
> bestimmtes Produkt Offene Standards einhalte. F=FCr nichtkommerzielle
> Anbieter ist die Zertifizierung kostenlos, kommerzielle bezahlen
> 400 Euro. Die Zertifizierung beruht auf einer Selbsteinsch=E4tzung,
> allerdings werden die in einem Fragebogen gemachten Angaben zur
> Offenheit ver=F6ffentlicht und k=F6nnen von Dritten angefochten werden,
> sollten sie nicht stimmen. Noch sei man im Test, betonte Greve. Bis
> Ende Januar sind daher alle Zertifizierungen kostenlos.
>
> Zum zweiten Treffen des Internet Governance Forum der UN siehe auch:

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